Unsere Kirche

Burg Dinklage war Wohnsitz und landwirtschaftliches Gut der Familie von Dinklage/ von Ledebur und später von Galen. Das Gutshaus selbst, wie auch die alten Stallanlagen, wurden mit dem Einzug der ersten Schwestern 1949 nach und nach umgenutzt. Aus der alten Scheune wurde Anfang der 1960er Jahre unsere Klosterkirche. Das vorgegebene Gepräge des Raumes und die Ideen der liturgischen Bewegung ließen schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil einen Ort entstehen, der das sich wandelnde Bild der Kirche erfahrbar macht.

Zeiten der Stille

Ich öffne mich für Gott.

Auf Gott hin.

Ich höre. Ich warte.

Früh am Morgen

Zeit mit Gott

Sein Wort zu lesen, in mein Herz einschreiben zu lassen.

Ihn zu fragen.

Zu bitten:

Herr, öffne meine Lippen.

Kleiner Kirchenführer

Altar

Der Altar, bestehend aus zwölf Findlingen, die beim Ausheben der Scheune zutage kamen, steht in der Mitte des Raumes. Die zwölf Stämme Israels, als Zeichen des alten Bundes, bilden den „Grund“ für den neuen Bund, für das letzte Opfer: Jesus Christus. In der Eucharistiefeier, im Brechen von Brot und Wein, wird dieser Bund neu gestiftet. Darüber hängt das mooreichene Kreuz mit einem Elfenbeincorpus. Auf der Rückseite ein Pelikan, der das eigene Blut seinen Kindern gibt. Es bleibt ein Paradox unseres Glaubens: Im Kreuz ist das Leben.

Gräber

Vor dem Altar sind zwei Gräber eingelassen: Hier ruhen Graf Christoph Bernhard von Galen (+2002) und seine Frau Gräfin Marie-Sophie (+1992). Christoph Bernhard, Neffe des Seligen Clemens August Kardinal von Galen, hat unserer jungen Schwesterngemeinschaft 1949 Burg Dinklage geschenkt, nachdem sie zuvor zweieinhalb Jahre auf Gut Assen – dem Wohnsitz seiner Familie – vorübergehend Herberge gefunden hatten. Die „Wolfshaken“ auf den Gräbern sind aus dem Galenschen Wappen.
Wie die Gräber so ist der ganze Fußboden in mühevoller Kleinarbeit von Schwestern und Maurern mit Weserkies ausgelegt. Bei längerer Betrachtung entstehen Muster und Figuren.

Apostelleucher

Die Apostelleuchter, die an die Apostel, die „Säulen“ der Kirche erinnern, sind an den tragenden Längsbalken der Scheune befestigt. Darunter je ein Stein, ein Stück „Fels“ auf dem die Kirche steht. Es sind Steine, die unser Werden und Sein prägen: Steine aus Rom, Cluny, St. Matthias in Trier, Gerleve, Taizé, Jerusalem, unserem Gründungskloster Alexanderdorf und von anderen wichtigen Orten. 
Seit Papst Franziskus 2018 daran erinnert hat, dass Maria Magdalena von alters her die „apostola apostolorum“ genannt wurde, gibt es in unserer Kirche einen 13. Apostelleuchter für sie.

Mauerstein Berlin

Am Übergang zum Nonnenchor ist ein Stück der Berliner Mauer zu sehen; ein Stück deutscher Geschichte (1961-1989) und ein Stück Klostergeschichte. Durch den Bau der Mauer war die Verbindung zu unserem Gründungskloster Alexanderdorf (südlich von Berlin) abgeschnitten und Kontakt nur schwer möglich. Die deutsche Teilung bis hin zur Wiedervereinigung wurde von den Gemeinschaften am eigenen Leibe erfahren.

Grundstein

Eine runde Bronzeplatte ist auf dem Grundstein der Kirche befestigt. Darauf ist eine Taube vor einem Kreuz abgebildet. Die Taube ist das Symbol der Hl. Scholastika, der Patronin unserer Kirche und unserer Gemeinschaft. Der Überlieferung nach hat der Hl. Benedikt den Tod seiner leiblichen Schwester vorausgeschaut, als er die Seele in Gestalt einer Taube in den Himmel aufsteigen sah.
Über dem Grundstein ist ein bronzenes Schild zur dankbaren Erinnerung an die „Begründer:innen“ dieser Kirche und an den Tag der Kirchweihe (3. September 1961).

Kreuzwegkapelle

Über den Tontäfelchen der einzelnen Stationen des Kreuzweges Jesu sind kleine Holzkreuze angebracht. Altes, gebrechliches und zermürbtes Holz aus dem Bereich der Burg, das schon vieles getragen hat. In der Mitte befindet sich je ein Stein vom Ölberg in Jerusalem, mitgebracht von einem Pilger aus dem „Heiligen Land“.

Schmerzensmann

Der Kreuzweg endet an der Gestalt des „Schmerzensmannes“, einer spätmittelalterlichen Holzplastik (ca. 14.Jh). Das Leiden Jesu scheint sich auf dem Weg zur Erhöhung schon in Tanz zu verwandeln: „Je mehr man stirbt, je mehr man tanzt.“ (Madeleine Delbrêl)

Sakramentskapelle

Die Sakramentskapelle ist mit dem Vorhang am Eingang wie ein Zelt gestaltet und so Sinnbild für das Offenbarungszelt des Volkes Israel als Ort der Gegenwart Gottes. Das Zelt ist auch Bild einer vorläufigen Bleibe, denn wir haben auf Erden keine bleibende Statt. Der Tabernakel, Ort des Allerheiligsten, ragt ebenso weit in den Kirchenraum hinein wie nach außen. Christus selbst verbindet Kloster und Welt.

Marienikone

Maria, hier dargestellt auf einer Ikone aus Kreta (15./16.Jh), am Eingang des Allerheiligsten. Sie ist durch ihr „JA“ für Gott zum Tor in die menschliche Welt geworden. In ihrem Leib wurde Gott Mensch.

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