Sr. Johanna aus Dinklage gibt Einblicke in ihre Arbeit
Vechta/Dinklage/Cappeln, 25. April: Jedes Jahr produzieren die Schwestern in der
Benediktinerinnenabtei Dinklage rund 100 Osterkerzen für Pfarreien im Oldenburger Land und
weit darüber hinaus. Einzelexemplare werden international verschickt. Jedes Exemplar ein
Einzelstück. Es wird mit Liebe zum Detail von Hand gefertigt.
Den Weg von der Gestaltungsidee bis zur brennenden Kerze in der Osternacht vermitteln Sr.
Johanna, Leiterin der Kerzenwerkstatt, und Sabrina Gelhaus, Social-Media-Managerin im
Bischöflich Münsterschen Offizialat, in einer rund >> 30-minütigen Reportage bei YouTube, die
jetzt veröffentlicht wurde. „Wir engagieren uns in den Sozialen Netzwerken, um die katholische
Kirche so vielfältig, nahbar und engagiert zu zeigen, wie sie ist“, erklärt Gelhaus. Mit der
Reportage werden die Osterkerze und das, warum sie uns bewegt, emotional zur Sprache
gebracht. „Die persönliche Perspektive zu Aspekten unseres Glaubens kann emotionale
Verbindungen schaffen,“ erklärt die Redakteurin. Über soziale Netzwerke könne Wissen
niedrigschwellig und visuell ansprechend vermittelt werden. Vermutlich mache sich nicht jeder,
der in der Kirche die Osterkerze sieht, Gedanken dazu, wie viel Arbeit und welche
Überlegungen dahinterstecken: „Die Schwestern brennen im wahrsten Sinne für ihre Arbeit, weil
sie wissen, wo die Kerzen später eingesetzt werden“, schildert die Kamerafrau. Bei der Arbeit
motiviere die drei Schwestern in der Kerzenwerkstatt der Gedanke, dass die Kerzen in so vielen
Orten in den Gottesdiensten der Osternacht entzündet werden.
„Ich finde es ist eine starke Verbindung: Das, was da in der Osternacht passiert, in der Liturgie
passiert, hat eine verwandelnde Kraft für den Menschen“, erklärt Sr. Johanna. „Das ist es, was
ich mir wünsche für alle, die zu so einer Liturgie gehen: Sie kommen wirklich mit diesem
Auferstandenen in Berührung.“ So könne ihr Leben bereichert werden, wenn die Menschen
merken, dass es noch mehr gibt als die Mühsal des Alltags. „Sie merken vielleicht, dass es
innen drin ein Leben gibt, was immer brennt und was uns trägt und was tiefer ist und weiter als
unser Alltag.“
Die Kerzenwerkstatt des Kloster St. Scholastika in Dinklage gibt es seit 20 Jahren. „Die Leute
kaufen gern Osterkerzen, Hochzeitskerzen, Taufkerzen“, erzählt Sr. Johanna. „Wir freuen uns
natürlich über jede Kerze, die verkauft wird.“ Kerzen seien eben nicht einfach Kunstwerke oder
Objekte. Ob für Ostern, Taufe oder Hochzeit, sie „haben mit dem Leben der Menschen zu tun.
Damit stellen wir die Vollzüge des Lebens unter den Segen Gottes!“ Das bedeute der
Benediktinerin sehr viel.
Jedes Jahr stehen andere Motive im Mittelpunkt. Ein besonderes Modell im Jahr 2026 waren für
Sr. Johanna die „Schlingen des Todes“. Man sieht eine Christusfigur in der Mitte und rundherum
erkennt man die Schlinge des Todes, also das, was am Leben hindert. Es wirkt ein wenig wie
eine Dornenkrone. „Das Bild steht für das, was in der Welt auch an Schwierigkeiten und an
Stechendem und an Lebenshinderndem ist“, erklärt sie.
„Für mich ist der wichtigste Zeitpunkt tatsächlich, wenn die Osterkerze dann in der Osternacht
entzündet wird und brennt. Das ist dann das Ziel, auf das alles hinführt. Die Produktion die
Gedanken sind das eine, aber es findet dann eben seinen Ort in der Auferstehungsliturgie, wo
wir mit hineingenommen sind in das neu werdende Leben. Das ist eine bewegende Erfahrung.“
Das Entzünden der Osterkerze in der Osternacht zeigt der Film exemplarisch in St. Peter und
Paul Cappeln.
von Johannes Hörnemann

Foto (Offizialat / Johannes Hörnemann): Dreharbeiten für das Pressefoto: v. r. Sabrina Gelhaus (BMO) filmt Sr. Johanna, Sr. Hannah-Yvonne und Sr. Teresia Benedicta bei der Arbeit in der
Kerzenwerkstatt in der Benediktinerinnenabtei Dinklage.

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