Gebet am Donnerstag

Schritt für Schritt

Gott, du unser Vater und unsere Mutter, wir alle wissen, wie es um unsere Kirche steht. Unrecht geschah und geschieht, Macht wurde und wird missbraucht. «Bei euch aber soll es nicht so sein», sagt Jesus (Mk 10, 43).

Wir bitten dich um dein Erbarmen.

Stille

Frauen und Männer sind durch die eine Taufe gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche. Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht.

Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Stille

Menschen kommen mit ihrer Sehnsucht nach Frieden, nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu Gott und zueinander. Eine glaubwürdige Kirche ist offen für alle Menschen. Sie ist da auch für jene, deren Lebensentwurf augenscheinlich gescheitert ist. Sie wertet und verurteilt nicht, sondern vertraut darauf, dass die Geistkraft auch dort wirkt, wo es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist.

Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Stille

In dieser Zeit, in der Angst und Enge lähmen und die Zukunft düster erscheint, braucht es grosses Vertrauen, um mit Zuversicht nach vorn zu schauen. Es braucht Vertrauen, dass durch neue Wege und einschneidende Veränderungen mehr Gutes geschaffen wird als durch Verharren im Ist-Zustand.

Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Stille

Gott, du unser Vater und unsere Mutter,

im Vertrauen darauf, dass du mit uns auf dem Weg bist, gehen wir weiter mit und in der Kirche; in der Tradition all der Frauen und Männer, die vor uns aus dem Feuer der Geistkraft gelebt und gehandelt haben, die vor uns und für uns geglaubt und gelebt haben. In ihrem Sinne wollen wir Schritt für Schritt vorwärtsgehen, beten und handeln. Behüte uns. Sei mit uns alle Tage bis zum Ende der Welt. Darum bitten wir heute und immer. Amen.

Hintergrund des „Gebets am Donnerstag“

Seit dem 14. Februar 2019 beten Menschen donnerstags in verschiedenen Ländern das Gebet «Schritt für Schritt». Initiiert von Benediktinerinnen im Kloster Fahr/Schweiz und geprägt durch Frauen aus unterschiedlichen kirchlichen Kontexten, geht es um das Wachsen eines kraftvollen Gebetsnetzes. Es soll allen, die am Gebet teilnehmen, in dieser Zeit der Veränderung Mut und Zuversicht schenken, eine weitere Woche den Weg in und mit der Kirche zu gehen. Schritt für Schritt – in Verbindung mit jenen Frauen und Männern, die das Gebet sprechen –  in steter Rückbindung an den Ursprung und die spirituellen Quellen.

Wer fürbittend betet, ist nicht bereit, sich mit dem Ist-Zustand der Welt abzufinden. Er oder sie trägt das Bild einer alternativen Zukunft im Herzen, die anders ist als die, welche durch das Zusammenwirken gegenwärtiger Kräfte vorherbestimmt zu sein scheint.

(Walter Wink)

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